SprechZeit-Doku: Für die Zukunft gebaut – Architektur in Kassel

Shownotes

Der mittendrin-podcast: Gespräch auf der KasselBuch zwischen Barbara Ettinger-Brinckmann und Klaus Schaake.

Das neue Buch „Für die Zukunft gebaut – Architektur in Kassel“ präsentiert auf anschauliche und zugängliche Weise die große architektonische Vielfalt der nordhessischen Stadt. Kassel, einst als eine der schönsten Städte Europas bekannt, wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und musste sich in der Nachkriegszeit städtebaulich neu erfinden. Gerade dieser Bruch prägt bis heute das Stadtbild – und macht Kassel zu einem spannenden Beispiel für den Wandel von Architektur und Stadtplanung.
Heute zeigt sich Kassel erneut als Ort mit bemerkenswerten Entwicklungen: Zahlreiche Projekte sind entstanden, die als Vorbilder für nachhaltige Stadt­entwicklung und innovative Baukultur gelten können. Das Buch beleuchtet diese Entwicklungen und lädt dazu ein, Kassel aus einem neuen Blickwinkel zu entdecken.
Barbara Ettinger-Brinckmann und Klaus Schaake sprachen auf der KasselBuch am 16.5.2026 über das Werk.
Die Audio-Dokumentation wurde freundlicherweise vom Freien Radio Kassel bereitgestellt.

Für die Zukunft gebaut – Architektur in Kassel
Verlag: euregioverlag
Seitenzahl: 168
Ersterscheinung: 18.11.2025
ISBN: 9783933617026
Preis: 20 Euro

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00:00:02: Ich begrüße Sie ganz herzlich zur zweiten Veranstaltung dieses Tages und nun wird es um Architektur in der Stadt Kassel gehen.

00:00:15: Der Sammelband für die Zukunft gebaut, Architektur in Kassel zeigt Kassl als spannendes Beispiel für den Wandel von Architekatur und Stadtplanung.

00:00:26: Und ist im Euregio-Verlag erschienen.

00:00:28: Mit mir hier vorne sitzen die Herausgeberin Barbara Ettinger-Brinkmann und Klaus Scharke.

00:00:36: Barbara Etdinger Brinkmann ist Architekten.

00:00:39: Sie studierte an der Universität Stuttgart Seit middlitschaft in der wissenschaftlichen kommission der deutschen stiftung für denkmalschutz.

00:01:06: Klaus Scharke ist seit zwanzig Jahren Chefredakteur des Stadtzeitkassel-Magazins für das Städtebauförderprogramm aktive Kernbereiche in Hessen, verantwortete der Diplomingenieur von zwei tausend zwölf bis zweitausend neunzehn die Presse und Öffentlichkeitsarbeit für das Quartier Friedrich Ebert Straße in Kassel.

00:01:30: Genau!

00:01:30: Und das so kurz einfühlt mich, ich hoffe es war alles richtig Und genau jetzt gebe ich das Wort an Frau Kemmerer.

00:01:38: Ja, Sabine Kemner vom Erriegelverlag.

00:01:41: Schön dass Sie heute alle hergekommen sind auch wenn es gerade etwas sehr voll ist aber das macht ja nichts.

00:01:47: Ich möchte mich bei Herrn Weißenborn bedanken.

00:01:50: Das wird heute hier aufgezeichnet und irgendwann wahrscheinlich im freien Radio gesendet denke ich.

00:01:58: Wir hatten uns in Abstimmung mit der Kassel Buch sozusagen überlegt, eine Veranstaltung hier zu machen und haben uns bewusst nicht für eine Lesung entschieden sondern für ein Gespräch.

00:02:11: Und ich möchte mich ganz herzlich bei euch beiden bedanken dass ihr euch die Zeit genommen habt hier heute dieses Gespräch zu führen und ich hoffe das wir ganz viele interessante Einblicke in die Architektur von Kassel bekommen.

00:02:25: heute Dankeschön.

00:02:34: Ja schön dass wir heute da sein dürfen Und wir sind jetzt hinreichend präsentiert worden, also was wir vorhaben.

00:02:41: Wir haben uns im Vorfeld gedacht wie machen wir das hier?

00:02:43: und wollen nicht zwei Stunden Frontalunterricht machen sondern wir würden gerne auch in Dialog kommen mit ihnen.

00:02:49: Das heißt dass in erster Linie Barbara Ettinger bringt man als Expertin für das Architekturthema.

00:02:54: ich habe zwar auch mal studiert bin da aber irgendwie auf eine andere Schiene gekommen und anders unterwegs mehr im publicistischen Bereich.

00:03:01: Und genau, das wollen wir machen.

00:03:04: Wir schauen, dass wir so eine gewisse Zeit miteinander sprechen und haben ein paar Fragen vorbereitet und dann schauen wir auch den Dialog.

00:03:12: mit dem Publikum irgendwie finden und einfach zu gucken, was haben sie für Fragen?

00:03:16: Und dabei gilt später bei den Fragen – das sage ich immer – den Studierenden in der Uni.

00:03:20: Bei uns ist wie an der Sesamstraße.

00:03:22: Wer nicht fragt, Sie wissen schon!

00:03:23: Also es sind alle Fragen dann erlaubt weil wir jetzt nicht hier die Superkorrifhen, die irgendwie überall Bescheid wissen aber wollen Sie sozusagen mitnehmen.

00:03:30: und das Buch was hier entstanden ist, das ist ja auch ein Teil von Architekturvermittlung und Architektorvermittlungen

00:03:38: muss

00:03:39: natürlich sich an diejenigen richten, die jenseits der Fachblase unterwegs sind.

00:03:45: Und ich durfte mal mit Gerhard Matzig von der Süddeutschen Zeitung eine Interview führen.

00:03:50: Also Matzig ist einer der renommiertesten Architektoo-Kritiker in dieser Republik, schreibt sehr viel über Architeektur und Design.

00:04:00: mich als Journalist bei der Süddeutschen interessiert, was ein Projekt auch für einen gesellschaftlichen Mehrwert hat.

00:04:07: Und ich glaube das sind Themen die sich hier in diesem Buch ganz gut abbilden.

00:04:11: Barbara erste Frage an dich erst mal du bist die Herausgeberin dieses Buches.

00:04:15: wir sind auf einer Buchmesse und deine Funktion wie bist du zu deiner Rolle als Herausgebirne gekommen?

00:04:22: Die war ganz einfach!

00:04:23: Ich bin gefragt worden und habe gleich zugesagt Kann ich gar nicht viel zu sagen.

00:04:29: Also Renate Mattei und Sabine Kemner vom Euregio-Verlag haben mich gefragt, ob ich dazu bereit wäre?

00:04:37: Anders ist in der Tat der... Deswegen ist es auch auf dem Titelbild der Neuber der Kassler Sparkasse.

00:04:43: die Kasslers Sparkasse macht ja wie viele vielleicht wissen seit vielen Jahren eine Veranstaltung immer vor dem Bus und Betag, weil er früher Feiertag war.

00:04:55: Heute ist er keiner mehr.

00:04:56: trotzdem ist das der Termin gehalten.

00:04:59: Und jeweils zu dieser Veranstaltung gibt es eine Buchveröffentlichung die sich mit einer Thematik befasst, die etwas mit der Region zu tun hat.

00:05:09: Kassel trifft sich, Kassl erinnert sich so hieß es früher und jetzt trifft sie die Region und deshalb steht der Neuberter Kassler-Sparkasse im sozusagen im Fokus.

00:05:22: Aber die Thematik, wir sind gemeinsam auf den Titel gekommen und die Theomatik lautet eben Architektur in Kassel für die Zukunft gebaut womit zum Ausdruck gebracht werden soll was bestimmt eigentlich zukünftiges bauen?

00:05:40: Und vielleicht kannst du noch etwas zu deiner Rolle sagen.

00:05:42: also wie hast Du Deine Funktion als Herausgeberin begriffen?

00:05:46: Das kann man ja sehr unterschiedlich machen.

00:05:49: Und als Herausgeberin bist du diejenige, die letztendlich die Beiträge zusammenstellt und darüber nachdenkt.

00:05:56: wie geht das?

00:05:57: Wie hast Du das gemacht?

00:05:58: Also für mich ist es zwar Architektur in Kassel aber für mich is Architektor mehr als nur ein Gebäude.

00:06:06: Es umfasst immer auch den Städtebau Landschaftarchitektur, den grünen Bereich also wie wir sagen die grün-blaue Infrastruktur.

00:06:16: und deswegen habe ich versucht den Bogen auch entsprechend zu spannen.

00:06:21: Erstmal einen Einstieg überhaupt zu geben in die Geschichte, in die städtebauliche Geschichte Kassels und dann zu sagen es geht Wie gesagt, nicht nur um das einzelne Gebäude.

00:06:36: Es geht immer auch um Quartiere.

00:06:38: also habe ich einen Blick geworfen was gibt es für Quartier hier in Kassel die eben beispielgebend sind auch über Kassels Grenzen hinaus?

00:06:50: da hab' ich dann gefunden dass wir unter Neustadt zum Beispiel haben und das Martiniquartier da kommen vielleicht später dazu.

00:07:00: Und natürlich, was sind Impulse für Stadtentwicklung?

00:07:04: Da habe ich zwei Beispiele herausgegriffen die natürlich immer auch eine bauliche Auswirkung haben.

00:07:10: Das ist die Gründung der Universität hier in Kassel.

00:07:14: das ist einfach ein Meilenstein gewesen und dass es nicht außerhalb der stattliegende Universität ist sondern sie sich integriert und der Bahnhof Wilhelmshöhe als ein Verkehrsinfrastrukturprojekt, das auch bauliche Auswirkungen hat aber eben auch Entwicklungsimpulse setzt.

00:07:37: Und dann bin ich einfach zu den Gebäuden gegangen und habe zunächst geguckt auf ja was hab' ich gemacht?

00:07:46: also natürlich die Kassler-Sparkasse.

00:07:49: Dann habe ich mich gekümmert um Dienstleistungsbereiche.

00:07:53: große und kleine Kulturbauten sind sehr wichtig und in Kassel spielen sie eine sehr große Rolle.

00:08:03: Dann habe ich noch auf Bildung geguckt, Bildungsbauten zwei Schulen einbezogen.

00:08:08: Und dann wie eben schon gesagt es geht ja nicht nur um das Gebäudehochaus den Hochbau sondern auch um Stadträume.

00:08:18: Dann hab' ich beispielhaft den Grimmplatz der noch im Werden ist.

00:08:23: Zwei Projekte in dem Buch sind noch im Werden.

00:08:26: Auch eines der Gebäude, die Schule in Waldau und der Grimmplatz.

00:08:31: Und da wir ja mit der Thematik bauen sehr nah an dem Thema Ja wie schaffen wir es nachhaltig zu leben?

00:08:42: Die Klimaschutzziele zu erreichen das Bauen ist einer der größten Müllproduzenten Das Bauen is einer der grössten CO-Zweih Ausstoßer usw.

00:08:52: habe ich noch einen Blick in die Diskussion geworfen, die wir in der Architektenschaft führen wie können wir besser bauen?

00:09:05: Wie können wir nachhaltiger bauen und dabei eben auch den Aspekt des sogenannten ja es gibt jetzt gerade überall in ganz Deutschland in allen sechzehn Bundesländern die Standards zu senken, das Bauen zu vereinfachen.

00:09:23: Damit preiswert dazu machen aber eben auch energieärmer weniger Ressourcen verbrauchend und so weiter.

00:09:30: dann habe ich einen Vorreiter in dieser Diskussion gebeten ein Beitrag zu leisten der eben anders bauen einfacher bauen versucht zu beschreiben wie wir vorgehen müssen damit wir da hinkommen.

00:09:47: Ja vielen Dank erst mal.

00:09:48: und wer, wer sich das?

00:09:50: also?

00:09:50: wir haben jetzt hier das Buch natürlich vorliegen Sie vielleicht nur bedingt.

00:09:53: Einfach mal den Blick in das Inhaltsverzeichnis werfen.

00:09:57: Das ist wie eine Perlenkette, so zu sagen zieht sich das dadurch geht mit einer historischen Einordnung sozusagen los und Barbara hat ihre Netzwerke bemüht natürlich um dann bestimmte wegweisende Projekte eben auch hier darzustellen.

00:10:10: Und ich glaube man darf behaupten dass wir wegweisenden Projekten haben hier in dieser Stadt.

00:10:15: Also gerade wenn man sich jetzt das nochmal vergegenwärtigt.

00:10:18: und vielleicht dazu noch einmal die Frage Wir haben gehört du hast also die Gründung der Uni holländischer Platz und diese diesen Neubau.

00:10:28: Und die ICE-Trasse als wesentliche Elemente genannt Mitte der siebziger Jahre um das zeigliche einigermaßen einzuordnen bis heute, warum ging es in Mitte des Siebzigers für dich los?

00:10:42: So genau würde ich das gar nicht beantworten können.

00:10:45: Ich habe ja zunächst mal einen wie du gerade auch gesagt hast, einen Blick zurück und nach vorn durch diesen historischen Beitrag der städtebaulichen Entwicklung.

00:10:55: Mir selber... Ich habe ja die Einleitung geschrieben.

00:10:58: mir selber ist ganz wichtig immer wieder darauf hinzuweisen dass Kassel eine Stadt der Brüche unter Umbrüche ist.

00:11:06: kassel ist einer der Städte in Deutschland die besonders hart vom Zweiten Weltkrieg getroffen worden ist.

00:11:13: In einer Nacht sind Zehntausend Menschen gestorben und der gesamte Altstadtkern ist in Schutt-und Asche gefallen.

00:11:22: Vorher hieß es immer, dazu gibt's auch ein Buch von Wegener dem ehemaligen Stadtmuseumsdirektor das Kassel eine der schönsten Städte Europas war.

00:11:33: und danach lag die Stadt in Schut und Asche Und sie hat angeknüpft an eine, bei dem Wiederaufbau.

00:11:43: Ich spreche immer davon das Kassel neu aufgebaut worden ist und nicht wieder aufgebaut geworden.

00:11:49: Es gibt Städte wie Münster, die sind wirklich wieder aufgebaut worden.

00:11:53: Und es gibt Stände wie Kassel, Hannover, Frankfurt – die sind neu aufgebaut wurden und haben eine städtebauliche Idee gefolgt, die aus den neunzehntreißiger Jahren stammte, die sogenannte Carter von Athen, von Le Corbusier als Schirmherr dieser Konferenz.

00:12:15: Bei einer Konferens wurde die Carter von Athens verfasst, die eben zu einem ganz neuen Städtebau kommen wollte.

00:12:23: Die ein neues Leitbild hatte weg von den dichten, engen Altstätten der kompakten Stadt mit einem Zentrum und einer straßenbegleitenden Bebauung hin zu einer Stadt, die aufgelockert ist also es hieß immer die durchlüftete Stadt die funktionsgetrennte Stadt das ist ganz besonders wichtig dass sich vor Augen zu führen Und die versucht hat, eben gleiche Lebensbedingungen für alle zu schaffen.

00:12:53: Deswegen sage ich immer man ist weggekommen von dem kompakten von der kompakte europäischen Stadt, die gekennzeichnet war durch eine hohe Dichte und durch eine Mischung von Funktionen und von Bewohnern hin zu einem Siedlungsbau.

00:13:10: zahlengerichtete Wohnen Häuser mit Ost-West-Belichtung, alle sollten die gleichen Bedingungen haben.

00:13:19: Und so ähnlich ist das hier in Kassel eben auch passiert und ich habe da ein Zitat mal mitgebracht, dass es ziemlich grauenhaft aber so wahr ist.

00:13:28: man hat eigentlich... Ich muss dazu sagen Ich will das jetzt nicht verteufeln, dass man diese Ideen hatte.

00:13:35: Denn wir müssen uns auch vor Augen führen, dass viele Menschen damals in ganz schrecklichen Zuständen lebten – in diesen Altstädten kein Licht, keine Sonne, gar nichts.

00:13:44: und dann gab es eben dieses absolute Gegenbild.

00:13:48: Und Charun Hans-Charun den wir hier in Kassel ja kennen Architekt der Philharmonie in Berlin kennen Sie sicherlich und den kennen wir hier in Kassel auch, denn er hatte den ersten Preis gewonnen für das Theater.

00:14:03: Das durfte er da nicht realisieren.

00:14:05: damals wurde gesagt Der Baugund würde ich halten.

00:14:07: jedenfalls Charoon ein berühmter Architek der hat damals gesagt.

00:14:15: Ich zitiere dass mal die mechanische Auflockerung durch Bomben Krieg und Endkampf gibt uns jetzt die Möglichkeit einer großzügigen und funktionellen Erneuerungen.

00:14:27: Das erklärte Hans Charoon im Magistrat von Berlin, damals war er Leiter der Abteilung Bau- und Wohnungswesen und seine Planungen, seine ersten Sahnen eine völlig neue Stadt vor.

00:14:38: Und das war so der Geist der Nachkriegszeit dass man eben jetzt tabula rasa hatte und das machen konnte was man in die gebaute Stadt niemals hätte so implantieren können.

00:14:50: Kassel ist eben ein Opfer dieser dieser Planungsphilosophie und hat ja auch nach dem Krieg noch ganz, ganz viel zerstört was hätte erhalten werden können.

00:15:03: Hat seinen Stadtgrundriss vollkommen umgedreht.

00:15:07: also früher kam man aus der Altstadt an dem alten Schloss direkt zur Fulda und heute ist es einfach um neunzig Grad gedreht.

00:15:15: die ganze Geschichte Also das war mir erst mal wichtig zu sagen dass wir von einem Ausgangspunkt gestartet sind, diese zerstörte Stadt neu zu bauen eben mit guter Absicht die aber dazu geführt hat dass Kassel nach wie vor sehr viele dieser Brüche hat und kaum etwas daran erinnert das sie eine der schönsten Städte Europas gewesen sein sollen und welche Geschichte sie hatte.

00:15:45: Damit geht es eigentlich los in dem Buch und das macht Uwe Altrock von der Uni Kassel.

00:15:51: In seinem Beitrag finde ich auch sehr schön deutlich, die unterschiedlichen Eterben.

00:15:58: Wir machen einen kleinen Zeitsprung in die Zeit wieder ab den Siebzigerjahren, mit dem Uni-Bau und dem ICE-Bahnhof.

00:16:10: Hier, wo Hans Eichel ein wesentlicher Protagonist war, der auch hier in diesem Buch vertreten ist.

00:16:21: Wenn du jetzt also aus deiner Perspektive als Fachfrau sozusagen den Blick darauf wirfst, seit dieser Zeit das Thema Architekturqualität.

00:16:30: Was hat sich da getan?

00:16:32: Weil wenn wir jetzt an die Anikata von Athen denken dann ist es ja auch so dass Architekten oftmals die Bestimmerinnen und Bestimmer waren, die einfach den anderen gesagt haben wie man zu leben hat mit dieser funktionsgetrennten Stadt, Wohnen Arbeiten, Freizeit alles schön mit dem Auto sozusagen verbunden.

00:16:51: Das war ja so zu sagen die große Vision.

00:16:53: und wie wir kommen jetzt aber zurück nach Kassel?

00:16:56: Wie schätzt du das ein seit dieser Zeit was das Thema Architektur Qualität angeht in dieser Stadt?

00:17:04: Also einen Glücksfall ist ja in der Tat die Gründung der Universität mit ihrem Fachbereich Architektsstadt- und Landschaftsplanung.

00:17:14: dadurch sind hier auch mit diesem Ansatz, Architekturstatt und Landschaftsplanung als etwas zu begreifen das zusammengehört.

00:17:23: Und nicht hier Architekten unter Stadtplanern sondern dass die auch voneinander in ihren Qualifikationen lernen.

00:17:32: Das ist ein großer Glücksfall.

00:17:33: Deswegen habe ich versucht in meiner Einleitung, weil ich ja nicht so viel Platz hatte für so viele Projekte die man hätte gerne vorstellen wollen, habe ich versucht über eine Fotostrecke zu verdeutlichen wie viele tolle Architekten hier in Kassel wirken.

00:17:49: Viele haben sind hier ausgebildet worden oder sie haben in anderen Städten studiert und sind wieder nach Kassels zurückgekommen.

00:17:56: Ich bin auch froh dass zwei Kollegen da sind Der Günther Schleif, der hier auch zweifach sogar vertreten ist und der Mann Fred Lennard eben habe ich ihn noch gesehen.

00:18:05: Der auch mit einem Projekt von den Baufröschen, der auch mit einem Projekt vertrete ist so dass wir hier wirklich auf ganz tolle Architekten zurückgreifen können.

00:18:15: nur das Problem ist ein gutes Haus reicht nicht aus.

00:18:20: Also wichtiger ist für mich der gute, stabile, robuste Städtebau.

00:18:25: da kann auch mal ein Haus dazwischen sein das nicht so gut aussieht.

00:18:28: aber ein schönes Haus alleine reißt eine Stadt noch nicht raus macht eine Stadt doch nicht zu einer zu einer hohen Qualität.

00:18:36: und wir haben es in Kassel du hast es ja gar noch erwähnt das habe ich bei der Cata von Athen noch nicht richtig ausgeführt.

00:18:43: da gehörte nämlich auch dazu die Stadt einfach zutrennen.

00:18:46: Hier wird gewohnt, da wird gearbeitet.

00:18:48: Da kann man einkaufen und das Ganze wird verbunden mit dem Auto.

00:18:53: Und diese Philosophie dieser Trennung, dieser Funktionstrennung der Städte hat dann leider auch in unsere Baugesetzgebung Eingang gefunden in der sogenannten Bau-Nutzungsverordnung die eben fest schreibt wo gewohnte werden darf oder darf nur ausnahmsweise gearbeitet werden oder was insbesondere nicht nur im Kassel sondern Überall in der Republik, in den Innenstädten sehr deutlich spürbar ist die Innenstätte werden.

00:19:21: Den wird das Gebietzuweisung Kerngebiet zugeordnet und im Kerngebicht darf nur verkauft werden und Dienstleistungen erbracht werden und nur ausnahmsweise gewohnt werden.

00:19:34: Und das war früher eben total anders in der europäischen Stadt.

00:19:38: Das gibt es ja auch noch dieses Haus am Friedrichsplatz, das ist eine der wenigen erhaltenen Gebäude.

00:19:47: Da war unten eine Apotheke oben drüber die Arztpraxis und ganz oben wurde gewohnt.

00:19:56: also in der Vertikalen hatte man alle Funktionen in der Stadt vereint und das ist eben weggefallen.

00:20:04: versucht wurde das wieder mit Uli Helwig als er hier Stadtbaurad war, in dem da kann man jetzt sagen zum Glück die unter Neustadt Fünfzig Jahre Brach lag.

00:20:19: Sonst wäre sie nämlich auch in Zeilen Bauweise bebaut worden also nun mit Ost-, mit Süd-, Nord-Südgerichteten Zeilen und Ostwestgerichtete Wohnungen kein Stadtraum.

00:20:32: Sie ist gebaut worden Auf dem alten Stadtgrundriss, der ist wieder sozusagen nach oben geholt worden und überlagert worden mit den Entwicklungen die in den Fünfzig Jahren seit Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgt sind.

00:20:46: Da gab es ein paar Boysbäume.

00:20:47: Es gab den Fünftiger Jahre-Kiosk, der erhalten wurde.

00:20:51: Es gibt aber auch noch diese Mauerreste der alten Stadtmauer der Feind des Städtebaus das Auto.

00:21:01: Wie konnte man das Auto einigermaßen gut integrieren?

00:21:05: Und dadurch ist es zwar nicht in der hundertprozentigen Konsequenz gelungen, weil das Unterneustadt-Projekt in seiner Realisierung eine wirtschaftlich schwierige Zeit geraten ist aber es ist doch ziemlich gut gelungen.

00:21:20: Eine gemischte Stadt wiederzumachen, in der gewohnt und gearbeitet wird und die eine dichte Struktur hat nämlich auch zum Thema Dichte, muss man sagen.

00:21:30: Auch das ist eine Folge der Karte von Athen.

00:21:33: so wie wir im vorderen Westen gebaut haben könnten wir heute nach dem Baugesetzbuch gar nicht mehr bauen nach der Baunutzungsverordnung.

00:21:46: So eine hohe Dichte durften wir nicht mehr bauen obwohl damals auf den Quadratmeter wohnen.

00:21:52: also andersrum gesagt

00:21:57: pro Kopfwohnfläche betrug

00:22:00: elf Quadratmeter als der vordere Westen entstanden ist.

00:22:05: In den Sechziger Jahren war der Pro-Kopfverbrauch schon bei sechsundzwanzig und jetzt liegen wir bei fast fünfzig Quadratmetern, das heißt also wir haben eine soziale die Dichte, die soziale Dichte nimmt immer mehr ab und leider eben auch die bauliche Dichte.

00:22:23: aber da kommen wir vielleicht noch mal dazu.

00:22:25: Ja, vielen Dank erst mal für die Ausführung.

00:22:27: Also ich lese immer sehr verkürzt in der Fachdiskussion die nutzungsgemischte Stadt so sagen fachleute das oder ganz einfach die stelle kurzen wege also so dass ist ja das wo wir heute hin wollen und wo wir auch

00:22:39: zehn minuten statt können

00:22:40: wo wir sozusagen hin müssen wenn man jetzt sozusagen diese klimaaspekte eben auch einbeziehen will.

00:22:47: und du hattest ja vorhin auch davon gesprochen dass Quartiere für dich auch ein zentraler Ansatzpunkt sind.

00:22:55: Du hast die Unterneustadt angesprochen, zur gleichen Zeit ist auch die Mabachshöhe entstanden.

00:23:01: also so das heißt wir haben damals eine Zeit gehabt was jetzt hier in sich in dem Buch nicht abbildet aber es sind viele andere weitere Projekte ja auch in dieser Stadt gelaufen.

00:23:10: Stichwort Kasernenkonversion.

00:23:12: und wo man oder Hasenhecke wenn wir den Bogen schlagen Kassel hat auch eine Tradition dabei, wie man sozusagen ehemals militärisch genutzte Areale sozusagen zu einem Stück Stadt machen kann.

00:23:28: Und wie man das qualitätvoll macht, üblicherweise werden meistens Beispiele aus Tübeln oder Karlsruhe oder Freiburg zitiert.

00:23:35: Wenn man da guckt aber auf der Marbachshöhe habe ich zum Beispiel Führungen mit Menschen aus der ganzen Welt gemacht die sich dieses Projekt angeguckt haben und ich glaube dass man das für die Unterneustadt auch sagen kann.

00:23:46: Da reden wir ja jetzt über die neunziger Jahre plus minus als es losging.

00:23:51: Ich glaube auch du hast das Martiniquartier vorhin angeführt wo hier auch ein Beitrag drin ist zu dieser Geschichte also Die innerstädtische Umnutzung, also Fachleute nennen das dann Innenentwicklung.

00:24:04: Das unschönere Wort dafür ist Nachverdichtung, aber das stimmt eigentlich nicht richtig.

00:24:08: Wenn man es ernst nimmt und da ist das Martini Quartier natürlich ein sehr gutes Beispiel für die für die zweitausende oder für das einzwanzigste Jahrhundert was vielleicht auch irgendwie ein Stück weit zukunftsweisend ist kannst du unseren Hörerinnen und Hörern da vielleicht noch mal so eine so eine Idee dazu geben weil wir sie merken dass wir jetzt nicht irgendwie auf so super Architektur fokussieren sondern dass wir ein bisschen sozusagen auf einer übergeordneten Ebene auf das Thema gucken?

00:24:34: Ja, wir haben schon auch super Architektur.

00:24:36: Die kommt auch in den Buch vor.

00:24:38: also ich will nur mal erwähnen die Grimmwelt oder das IWIS Gebäude von Fraunhofer eben an unserem Kulturbahnhof eben vom Büro HS Günther Schleif gebaut.

00:24:52: Also wir haben auch solche Beispiele in dem Buch, aber es geht eben wirklich auch um die Einordnung und du hast das eben erwähnt.

00:24:59: Die Mabershöhe kommt in den historischen Rückblick schon auch vor sie wird erwähnten.

00:25:04: Die Mabs Höhe hat genauso wie die Unterneustadt sehr viel Aufmerksamkeit in der Fachwelt gefunden und da würde ich auch sagen ist Kassel durchaus ein Vorreiter auch bei dem Uniquartier wobei ich sagen würde wenn man heute nochmal vor der Aufgabe stehen würde, würde man nicht so viel abreißen wie man damals abgerissen hat und das ist wirklich auch sehr bedauerlich.

00:25:29: Denn es war eine große Qualität diese Backsteinbauten Es ist nur wenig übrig geblieben Gießhaus und der Turm und ansonsten jetzt in den dazu gekauften Quartieren.

00:25:42: da ist auch einiges an Altbestand Einbezogen worden.

00:25:45: Und das ist eben das wovon wir Heute eigentlich ausgehen, dass wir sagen, wir haben gerade eine schöne Ausstellung im Kasselarchitekturzentrum.

00:25:57: Die heißt die gute Nachricht lautet kassel ist gebaut also die Architekten schafft und die gesamte Fachwelt.

00:26:07: Bundesstiftung Baukultur Wir sprechen davon das wir sehr viel stärker den Bestand achten müssen weil im Bestand gerade auch unter den Aspekten des Klimaschutzes im Bestand schon ganz viel Energie steckt, nämlich die aufgewendet werden musste um diese Häuser zu bauen.

00:26:29: Wir nennen das zum Teil graue Energie aber ein bisschen schöner ist von goldener Energie zu sprechen.

00:26:36: also wir sprechen von der goldenen Energie die in den Gebäuden steckt und dass es eben beim Marbachshöhe, aber auch bei vielen anderen Projekten.

00:26:46: Auch bei einem Projekt was hier noch in dem Buch ist der Hochbunker in der Greffestrasse und im eben erwähnten Martiniquartier da sind auch einige Altbaubestände wie das Sudhaus erhalten geblieben.

00:26:59: und da gibt es einen ganz besonders bemerkenswertes Projekt.

00:27:02: Das kann man auch unter der Rubrik fassen bauen im Bestand.

00:27:07: Es baut nämlich mit alten beständen also es ein Haus dass aus Gebrauchten Bauteilen entstanden ist aus Bauteilern, die Fehlbestellungen waren oder wie auch immer.

00:27:20: Es gibt mittlerweile etliche selbst in Kassel auch, nicht was heißt selbst?

00:27:25: Auch in Kassel gibt es eine solche Bausteilbörse also versucht wird die Materialien, die noch verwendbar sind zu aufzubereiten und wieder verwendbar zu machen.

00:27:40: Und da ist eben im Martini-Quartier dieses Sofizienzhaus entstanden, was auch beispielhaft ist.

00:27:49: Ja vielleicht noch zur Erwinde, das steht ganz unspektakulär in der Ulanstraße und war vorher eine Baulöcke?

00:27:59: Genau.

00:28:00: Und wenn man sich das jetzt sozusagen anguckt, dann ist es eben eine neue moderne zeitgenössische Architektur die sich aber in der Lage ist in diese Blockrand-Bebauung, die wir historisch hatten auch einzufügen.

00:28:13: Auch wenn sie ganz anders spielt.

00:28:15: und das ist das was du mit spektakulär meinst.

00:28:17: Und ja, ein sehr schönes Beispiel und das Buch finde ich so beeindruckend.

00:28:27: Liefert eigentlich jede Menge Ideen für Spaziergänge in unserer Stadt um den berühmten öffentlichen Raum zu erfahren oder dann eben auch sich ganz konkrete Projekte anzuschauen.

00:28:43: War das auch so eine Idee?

00:28:48: bieten den Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, sich Anregungen zu holen wie man die Stadt auch anders anschauen kann.

00:28:56: Ja natürlich sonst heißt ja Architektur in Kassel.

00:29:00: wir wollten natürlich zeigen dass es hier sehr gute Bauten gibt aber wie gesagt der Wir haben ja nicht allzu viel Platz gehabt, um so viele Projekte vorstellen zu können wie wir gerne vorgestellt hätten.

00:29:14: Und deswegen diese kleine Fotostrecke und aus allen Bereichen immer nur ein oder zwei Beispiele herausgepickt, um zu zeigen, wie auch neu gedacht wird.

00:29:26: Ich greife jetzt noch mal die Schule, die offene Schule Waldau heraus, der jetzt im Werden ist.

00:29:32: Da wird auch eine neue Architektur Auffassung oder Bauauffassung präsentiert, nämlich aus einem Gebäudeschule was ja mehr und mehr ist.

00:29:47: Eine Ganztagsschule schon seit der Gründung gewesen aber an Wochenenden usw.

00:29:53: Es passiert da auch nix in den Ferien dass man diese Bauten anders auffasst und sagt das es auch ein Ort für ein Stadtquartier und nicht nur für den Schulbetrieb, sodass es geöffnet wird als Treffpunkt, als Raum, als öffentlicher Raum.

00:30:14: Wir nennen das jetzt der sogenannte Dritte Ort.

00:30:17: also der erste Ort ist zu Hause, der zweite Ort ist die Arbeit und der dritte Ort ist der öffentliche Raum dass eben solche Bauten Also einen Mehrwert haben auch für die gesamte Stadtbevölkerung.

00:30:31: Deswegen haben wir dieses Beispiel hineingebracht und dann aber auch viele der Projekte, die wir haben, die hier in dem Buch enthalten sind gehen vom Bestand aus.

00:30:46: also machen wirklich dieses Weiterbauen zum Thema.

00:30:52: Und da haben wir eben auch ein sehr schönes Beispiel mit dem Hallenbad Ost dass ein Baudenkmal ist aus den Zwanzigerjahren.

00:31:02: Ein wirklich ganz wunderbares Gebäude, das aber kurz vor einem zerfallen war.

00:31:09: Wenn man einen Haus nicht pflegt, dann geht es irgendwann kaputt.

00:31:15: Irgendwann mal wenn das Dach durch ist und es dann reinregnet, dann dauert es nicht allzu lange.

00:31:21: Und dieses Hallenbad Ost war für viele Funktionen beabsichtigt, die Stadt Kassel war auch mal dran.

00:31:28: Aber es ist niemanden gelungen und da haben eben Architekten den Mut gehabt dieses Haus zu kaufen und es denkmalgerecht zu sanieren ihr eigenes Büro reinzubringen also eine vollkommen andere Nutzung aus einem Schwimm das war nicht nur ein Schwimmbad Es war ja eine Badeanstalt für die Menschen die damals noch keinen Badenzimmer hatten aus einer Badeanstalt mit einem Schwimmbad ein Gebäude zu machen, das ein Architekturbüro eine Zahnarztpraxis und so weiter aufgenommen hat.

00:32:04: Und in der ehemaligen Schwimmhalle auch einen Ort für die ganze Stadt zur Verfügung gestellt hat, indem wir einen neuen Veranstaltungsraum bekommen haben.

00:32:14: Das ist auch ein Beispiel mit dem Bestand umgehen, auch wenn es eine vollkommen andere Nutzung hat zu zeigen.

00:32:24: Man kann mit dem bestand weiterbauen was anderes machen und der große Vorteil ist ja dass da wo der Bestand ist in der Regel die Infrastruktur schon da ist.

00:32:37: Da liegen schon die Leitungen, da sind die Wege und Straßen gebaut und man verbraucht keine neuen Flächen.

00:32:45: und dann kommen wir eben zum Thema dieser Stadtentwicklung, wie kann es mit Kassel weitergehen?

00:32:51: Und da sage ich auch.

00:32:53: Es geht nicht nur um Bauen im Bestand in einem Gebäude sondern Bauen-im-Bestand auch im Städtebau.

00:32:59: Wenn man durch Kasselfährt sieht man überall noch... ja... ...fünfundachzig Jahre nach dem Krieg übereilen noch Brachen, Baulücken.

00:33:14: Für mich sind hier immer die allerschlimmsten Fälle, das sei eine Strömpfchen.

00:33:18: Das ist ja ein Müllabstellplatz und Autoabstellplatz mitten in der Stadt um die Ecke vom Königsplatz mit den Ruinen der Garnisonskirche Der Entenange auch einen Bild des Jammers.

00:33:34: Und ich sage bewusst der Parkplatz am Karlsplatz finde ich, bebaut werden.

00:33:46: Und da habe ich das auch in der Einleitung geschrieben durchaus mit dieser Methode der kritischen Rekonstruktion wie das bei der Unterneustadt passiert ist und den Karlsplatz wieder zu rekonstruieren.

00:34:02: Der ist nämlich durch den Parkplatz um einen ganzen Parkplatzstreifen eingeengt.

00:34:09: Der es eigentlich viel ein Stück breiter Er ist nicht ganz symmetrisch, da war irgend eine Geliebte irgendeines Fürsten dran schuld.

00:34:17: Die noch so ein Fenster haben wollte an einem Haus geht in die Achse der Karlskirche hinein.

00:34:25: aber der Platz war größer.

00:34:28: und den zu rekonstruieren und den Parkplatz zu bebauen das wäre auch unter Nachhaltigkeitsaspekten und unter städtebaulichen Aspekten längst überfällige Geschichte.

00:34:47: Vielen, vielen Dank für dieses engagierte Peleroyer!

00:34:50: Wir sind schon so ein bisschen bei der Zukunft und das würde ich hierso gerne als die Inrichtung Abschluss unseres Gesprächs als Frage nochmal in den Raum stellen.

00:34:59: Für die Zukunft gebaut ist.

00:35:00: der Titel des Buches ja und er sich damit auf bereits realisierte Projekte bezieht.

00:35:07: Buchholzvorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse.

00:35:10: Dieses Buch legt dazu ein, Kassel aus einer architektonischen Perspektive neu zu entdecken und darüber nachzudenken welche Räume wir künftig für ein gemeinsames Leben benötigen.

00:35:22: also das ist sehr schön formuliert.

00:35:25: und aus deiner Perspektiv als Architektin, als Fachfrau was sind die zentralen Herausforderungen?

00:35:33: in und für unsere Stadt.

00:35:35: Also du hast jetzt irgendwie mit so ein paar ganz konkreten Beispielen schon angefangen, wenn wir jetzt darüber nachdenken über Projekte die noch zu realisieren sind also für die Zukunft?

00:35:46: Ja eins habe ich ja schon genannt.

00:35:47: aber grundsätzlich ist es denke ich unser aller Aufgabe nicht mehr Flächen so wenig wie möglich neue Flächen zu versiegeln sondern eher darauf aufzubauen, was wir haben.

00:36:03: Und da denke ich schon du hast den Begriff Innenentwicklung schon genannt weil nach Verdichtung immer die Leute so abschreckt.

00:36:10: aber es geht durchaus auch darum zu gucken wo sind noch Baulücken?

00:36:14: wenn man die Friedliche Ebertstraße entlangfährt sieht man überall noch unternutzte und das gilt für die ganze Stadt.

00:36:21: überall sieht man unternutze Grundstücke eingeschossen Und Baulücken, du hattest eben das Beispiel von dem Suffizienzhaus erwähnt im Martini-Quartier.

00:36:32: Das war auch.

00:36:33: überall sieht man Baulöcken zu füllen mit guter Architektur.

00:36:39: da muss ich gleich nochmal drauf eingehen.

00:36:42: Man kann Flachdächer aufstocken, man kann auch geneigte Dächer abtragen und einen Geschoss drauf bauen und durchaus wieder ein geneigtes Dach darauf bringen.

00:36:51: dann hat man gleichzeitig auch noch eine Wärmbedämmung für die obere Geschossebenen.

00:36:57: Also es gibt eine Untersuchung, wie viel zitiert ist aus der Unidarmstadt, die nachgewiesen hat dass man ein eins fünf Millionen Wohnungen in Deutschland bauen könnte ohne einen Quadratmeter Grund und Boden neu zu versiegeln, indem man einfach ein Geschoss obendrauf packt.

00:37:16: Ich habe eben schon von den Wohnflächenansprüchen die wir haben mittlerweile gesprochen das heißt man würde auch mal wieder ein paar mehr Leute an einem Ort wohnen haben.

00:37:30: nur dann kann man die fünfzehn Minuten statt also die Stadt der kurzen Wege realistisch ins Auge fassen, weil nur dann sich ein Bäcker um die Ecke halten kann.

00:37:40: Wenn da nur so wenig Menschen am Platz wohnen, dann funktioniert das eben nicht.

00:37:46: Also das ist ein solcher finde ich wichtiger Appell dass wir gucken wie wir unsere Stadt weiterbauen in diesem städtebaulichen Bestand weiter bauen ertüchtigen.

00:37:58: Ich sage immer Kassel ist eine Stadt mit viel zu breiten Straßen und zu niedrigen Häusern.

00:38:03: Das ist keine richtig kompakte Stadt, obwohl ich schon so lange jetzt in Kassel lebe, vergesse ich sogar immer die Straßennahmen weil sie so austauschbar sind.

00:38:13: Kurt Schumacher Straße eine Schneise, da könnte man zumindest diesen Wohnhäusern, die da sind noch bei Kong oder Lodzschia Reihe davor stellen und aufstocken und zwei Baumreihen, damit sie enger wird.

00:38:28: Das Engere das Dichtere spielt eine Rolle für die Urbanität.

00:38:33: Die beliebtesten Städte wie Paris und Barcelona Da können wir uns überhaupt nicht mit vergleichen was die Dichte angeht.

00:38:40: Also ein Punkt ist die Innenstadt.

00:38:43: Die Innenstadt muss wieder ein Wohnquartier werden Ein Quartier mit natürlich zentral örtlicher Bedeutung.

00:38:53: Natürlich müssen da weitere Funktionen untergebracht werden, deswegen halte ich es für ein Fehler dass die Stadt mit ihrem technischen Rathaus aus der Innenstadt rausgezogen ist weil die Stadt selber damit noch mal zur Entleerung beiträgt.

00:39:09: aber es muss auch dort wieder gewohnt werden in einem größeren Maßstab und nicht nur der Hausmeister der Nachbarnutzungsverordnung zulässig.

00:39:18: Also das finde ich sind wichtige Aufgaben und dann muss natürlich mit den guten Architekten, die wir hier in Kassel haben auch baukulturell hochwertig gebaut werden.

00:39:31: Denn schön soll es schon sein!

00:39:35: Ja,

00:39:41: mein schönes Zitat von Herrn Maartenstein.

00:39:44: Herr Maartenstein kriegt demnächst hier einen Preis für deutsche Sprache.

00:39:47: der hat geschrieben in seiner Kolumne als er noch für die Zeit geschrieben.

00:39:52: Ich schlage vor, den Tatbestand Architekturverbrechen unter Strafe zu stellen.

00:39:57: Der Paragraf könnte folgendermaßen lauten Personen die an der Planung Finanzierung und Errichtung von Bauwerken oder an der Bewilligung von Bauwerken mitwirken, die das ästhetische Gemeinwohl mehr als nach Abwägung aller Umstände erforderlich beeinträchtigen, schädigen oder die Lebensfreude der Bürger und der Bundesrepublik dauerhaft in Mitleidenschaft ziehen werden.

00:40:20: Mit Gefängnis nicht unter zwei Jahren bestraft.

00:40:24: Der Versuch ist

00:40:25: strafbar.".

00:40:30: Ich habe es aber nicht im Buch zitiert!

00:40:33: Ja, vielen Dank erstmal für diese Ausführung und für dieses wunderbare Schlusswort.

00:40:37: Ich würde vorschlagen wir öffnen sozusagen den Raum jetzt für Fragen die aus dem Publikum sind.

00:40:42: Wir haben vielleicht noch ein viertelstündchen Zeit dafür.

00:40:45: ja Und wenn es jetzt Meldungen Wortmeldungen gibt also bitte fragen und keine allzu langen Statements dann ja bitte Jetzt und denken Sie an die Sesamstraße.

00:41:03: Mich würde wie reinfolge bei der Entstehung des Buches nochmal interessieren Ihre übergeordneten Themen sind ja alle ausgefüllt worden hinterher.

00:41:14: Waren die Autoren schon da und Sie haben sie nur kopiert?

00:41:18: oder haben Sie sich Autoren zu Ihren übergeordneten Themen gesucht und gefunden?

00:41:24: Letzteres, letztes.

00:41:26: Also zunächst gab es einen... Da waren wir auch mit dem Verlag also mit Frau Mathei und Frau Kemner.

00:41:36: Wir waren irgendwie eine Gruppe von fünf, sechs.

00:41:41: Also ich hatte die grobe Struktur im Kopf, dass es auf jeden Fall nicht auf Gebäude fixiert sein darf oder fokussiert sein dürfte sondern den Bogenspannen muss in den Städte bauen und eben ein bisschen zu plätzen.

00:41:55: aber dann wurde das relativ schnell so gruppiert also die Historie dann die Impulse für die Stadtentwicklung, dann die Quartiere.

00:42:09: Dann die einzelnen Gebäude und die wiederum untergliedert in unterschiedliche Funktionen.

00:42:15: Dann schließlich der Platz gerade der Grimmplatz, der ja nun auch nicht unkritisch betrachtet wird.

00:42:21: den wollte ich dann bewusst noch mal reinbringen auch als Thema um auch zu zeigen wie lange Städtebau braucht denn als Vortalgott hier noch Baudezernentin war.

00:42:36: Anfang der neunziger Jahre wurde ein Wettbewerb hier in Kassel ausgeschrieben, apropos Stichwort Wett Bewerb Stadtplätze, Baubletze.

00:42:45: da sollten die Brachen eigentlich Parkplätze waren untersucht werden auf ihre ihre Potenziale dienen, können sie als Bauplatz dienen oder als Freiraum.

00:42:59: Und da war der Grimmplatz schon drin und im Übeln auch der Parkplatz am Karlsplatz.

00:43:04: die waren da schon drinnen und der Park Platz am Karlsplatz wurde auch ausgewiesen als ein Bauplaz und der Grimplatz wurde damals als Ergebnis dieses Wettbewerbs identifiziert als ein Platz der Platz sein soll, bleiben sollte.

00:43:20: Ja und dann war mir natürlich noch wichtig dieser theoretische Teil wie können wir eigentlich von unseren Standards runterkommen?

00:43:28: Die Standards sind die werden immer höher geschraubt und ich empfinde das auch eine soziale Ungerechtigkeit.

00:43:35: denn für mal sagen fünfundsiebzig Prozent der Menschen in Deutschland leben in Häusern die vor der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut worden Leben, man betrachte die Frankfurter Straße oder die Hollensche Straße an Straßen, die lahm um Toast sind.

00:43:51: An denen auch keine Bäume stehen.

00:43:53: und wenn man was Neues baut oder etwas Altes – das ist das Allerschlimmste, was Altes anpackt – dann muss man einen Standard herstellen, der weit, weit höher ist als in dem das Groh der Menschen

00:44:08: lebt.

00:44:08: Den mutelt man.

00:44:10: dazu ist die kommt die Politik jetzt so ein bisschen, also auch während der sechzehn Bauordnung.

00:44:16: Das darf man auch nicht vergessen.

00:44:18: Sechszehn Bundesländer, sechziehn Bauordnungen und jedes Bundesland bastelt jetzt an seiner Bauordnung wie man die Standards runterkriegen kann was sehr schwierig ist weil natürlich immer auch wirtschaftliche Interessen dagegen stehen.

00:44:33: Ja natürlich!

00:44:36: Weil ich habe Ihr Buch von A bis Z gelesen.

00:44:41: das fällt mir sehr schwer.

00:44:43: Großartig

00:44:46: Nein, ich habe vielleicht zehn Prozent des Textes gelesen.

00:44:51: Aber ich habe mich von Ihnen an die Hand gefühlt durch die Stadt begleiten lassen und mal habe ich auf den Doppelseiten nur die Bilder betrachtet und mal hab' ich ein Stückchen Text gelesen.

00:45:04: aber Ich bin mit Ihnen durch die Statt gewandert Und das ist eigentlich das Allerschönste, was man machen kann.

00:45:11: Nämlich einen virtuellen Rundgang der ganz unbeschwerlich ist weil man weder über die Straße quer'n muss und und und.

00:45:18: Man isst ganz schnell durch die Stadt und ich war erstaunt welche Aspekte ich bei diesem virtuellem Rundgang mit ihnen quasi in dem Buch aufnehmen konnte, die ich noch nicht gekannt habe obwohl ich schon sehr lange in dieser Stadt

00:45:33: wohne.

00:45:34: Freut mich sehr!

00:45:35: Vielen Dank

00:45:37: Ja, gibt es noch weitere Fragen genau dahin?

00:45:42: Ich habe eine Frage zu dem Thema Quartiere und zu Quartieren in anderen Städten gehören Plätze.

00:45:48: Wir haben ja jetzt schon über Plätze gesprochen.

00:45:51: also meine Frage an Sie ist jetzt nicht über die großen Plätze zu sprechen da teile ich Ihre Meinung sehr.

00:45:58: im Kassel sondern in den einzelnen Stadtteilen gibt's zum Teil Plätze, zum Teil gibts keine Plätze zum Teil gibt schreckliche Plätze.

00:46:08: Was gibt es da für Gedanken oder Planungen?

00:46:13: Oder was empfehlen Sie einfach zu den Themen in den Stadtheilen, Plätze zum Thema Aufenthaltsqualität.

00:46:21: Was könnte da passieren?

00:46:25: Das ist natürlich ein ganz wesentlicher Aspekt für die Wohn-, über die Quartiersqualität ist ein ausreichender Freiraum nicht nur als Aufenthaltsort, sondern eben auch unter dem Aspekt des Klimawandels.

00:46:42: Wir sprechen ja vom Schwammstadtprinzip, dass es also Bereiche geben muss die in der Lage sind Starkregen aufnehmen zu können.

00:46:53: das heißt das ist eine Aufgabe der Stadt.

00:47:00: ich denke immer über Ich sage immer, wenn ich nachverdichten oder innen entwickeln, dass wir ein Kataster der Potenziale brauchen und im Sinne von einer doppelten Innenentwicklung.

00:47:15: Und damit meine ich also Orte zu identifizieren die man baulich aufwerten kann indem man was aufstockt aber eben doppelte Innenentwirkungen auch mit Blick auf den Freiraum.

00:47:27: wo kann man entsiegeln?

00:47:29: Wo kann Freiräume anlegen.

00:47:32: Kassel hat ja jetzt ein Programm mit dem Klimaschutzrat, weiß nicht Zehntausend Bäume oder sechs zu oder sind es nur sechs?

00:47:41: auf jeden Fall weiter, also wir haben ja Beuys schon dieses wunderbare unsere Stadtverwaltung zu verdanken.

00:47:50: aber an diesem Prinzip weiterzuarbeiten.

00:47:53: Also mehr Grün in die Stadt zu bringen und auch mehr entziegelte Flächen das ist eine finde ich wesentliche Aufgabe der Stadtentwicklungspolitik.

00:48:08: Ich teile Ihre Auffassung was den Karlsplatz angeht zumal sich die Stadt verpflichtet hat nach dem Bau der Tiefgarage diese Parkplätze abzubauen und jetzt noch jedes Jahr einen sechstelligen Betrag an den Parkhausbetreiber zahlt, weil sie die Plätze nicht abgebaut hat.

00:48:26: Aber

00:48:27: meine Frage geht Ihnen zu einem anderen Platz, der sich eröffnet hat?

00:48:34: Meine Frage ist macht es keinen Sinn des Parkhauses das an der Fünfensterstraße abgerissen wurde Und wo die Stadt beschlossen hat, wir wollen da wieder Bebauung haben.

00:48:45: Macht es nicht Sinn zu überlegen zumindest ob man nicht an dieser Stelle diese Schwammstadt und die Stadt der klimatischen Verbesserungen nutzt und tatsächlich einen kleinen Park schafft, wo die Leute sich aufhalten können, wo Musik gemacht werden kann und wo sich eine Öffnung auch zum Innenstadtring darstellt?

00:49:09: In der Tat gibt es da solche Überlegungen.

00:49:12: Selbst unsere BDA-Gruppe, also BDA Bund Deutscher Architektinnen und Architekten hat sich damit befasst eine kleine Gruppe und die Mehrheit dieser Gruppe ist – er hat einen Vorschlag erarbeitet um da einen Platz vorzusehen und den auch der Stadtbaurätin vorgestellt Und zwar durchaus, das ist mir auch immer sehr wichtig in Anknüpfung an die Geschichte der Stadt.

00:49:47: Denn der Dürreplatz... Das ist auch wieder so ein Beispiel für die für den Richtungswechsel im wahrsten Sinne des Städtebaus, des Stadtgrundrisses.

00:50:03: Der zog sich nämlich in diese Achse hinein.

00:50:09: Es gibt noch eine zweite Gruppe um Ingrid Lübcke herum die auch einen solchen Vorschlag erarbeitet hat.

00:50:17: Ich persönlich wäre für eine Bebauung mit einem Innenbereich, also schon ein begründter Innenbereich.

00:50:25: Nicht unterbaut sondern mit der Möglichkeit dass das Wasser da abfließt weil ich finde, dass eine zu einer Stadt eben auch zur Obernität auch ein gewisses Maß an Dichte gehört.

00:50:43: und wir haben um die Ecke rum ist das Landesmuseum Wir haben den wunderbaren Wallenberghang Das ist ja, und wir haben den guten Platz.

00:50:55: Ist jetzt unterbaut das ist richtig hat natürlich nicht mehr diese Funktion aber wir sind eine Stadt mit einem unglaublich hohen grün Anteil in der Innenstadt Und ich finde immer wir sind zu wenig Gebäude statt.

00:51:10: Aber das ist meine persönliche Meinung.

00:51:12: Meine Kollegen waren glaube ich nur Kollegen sind andere meinen

00:51:26: Wenn das jetzt nicht der Fall ist, dann erstmal vielleicht ganz herzlichen Dank.

00:51:31: Ich würde gerne einen Stichwort noch mal in die Debatte werfen wollen.

00:51:38: Barbara wie schätzt du das Thema Beteiligungskultur ein?

00:51:42: Also, wir haben – weil wenn wir jetzt über Baukultur sprechen.

00:51:47: Dann ist ja auch – ich glaube, es war im Jahr zwei Tausend vierzehn gab es eine Gruppe der berühmten Stadtgesellschaft Menschen die sich dafür engagiert haben dass es eine Karte der Baukultur gibt.

00:51:58: das ist vielen so nicht unbedingt bekannt und wir haben beispielsweise Quartiere gehört.

00:52:06: In der Karte der Baukultur wird ja explizit auch davon gesprochen, dass wir mit diesen Brüchen umgehen müssen und das wir in den Quartieren jeweils gucken oder in den Stadtteilen gucken müssen sollten dürfen.

00:52:18: wie gehen wir denn da jeweils vor Ort mit diesen Situationen um?

00:52:23: Und ein ganz ganz wichtiges Kriterium ist ich meine wir erleben das ja immer bei diesen Diskussionen um Parkplätze Verkehrswende Mobilitätswände usw.

00:52:31: Wie inwieweit beteiligen die Menschen sozusagen daran, die vor Ort sind.

00:52:37: Denn wir wissen auch gerade im öffentlichen Raum wenn gute Beteiligungs- und qualifizierte Beteilligungsprozesse gelaufen sind dann wird sie im Regelfall Gestaltungsqualität besser und wir haben automatisch einen Wanderlismusschutz eingebaut sag ich mal so ein bisschen.

00:52:52: also wie schätzt du diese diese Thematiken da drumherum ein?

00:52:57: Also zur Baukultur gehört eine Prozesskultur Prozessqualität.

00:53:04: Und dazu gehört natürlich auch das Thema, die Stadtgesellschaft jemals mit einzubeziehen und ein gutes Instrument dafür ist der eben nur kurz angestreifte das Thema Wettbewerbe weil man bei Wett bewerben dass in die Bauaufgabe öffentlich macht und auch in die Jury nicht nur Fachleute einbezieht sondern zumindest die wir leben ja in einer parlamentarischen Demokratie, zumindest die Stadtpolitiker mit einbezieht.

00:53:41: Häufig auch Bürgervertreter.

00:53:44: also ich denke dass wir da mit der Beteiligungsstruktur ganz gut aufgestellt sind insgesamt in Deutschland.

00:53:53: Problem ist nur was ich häufig sehe es oft so das in dem Moment in dem so die ersten Gedanken über einen Bauvorhaben publiziert werden.

00:54:06: Dass sich da selten, dass da das Interesse noch nicht so groß ist sondern erst wenn man merkt, also es ist eher weniger eine Beteiligungstruktur oder Beteilligungskultur als eine betroffenen Kultur.

00:54:23: In dem Moment in den die Leute merken oh das könnte ja mich betreffen dann kommt dieser Anspruch auf meistens in Form von Ablehnung.

00:54:35: Dafür gibt es ja zwei Wörter, die Nimbis Not In My Backyard oder die Bananas Build Absolutely Nothing Anywhere Near Anybody.

00:54:48: und das ist aber immer in der Regel so wenn man merkt oh das könnte meine Interessen betreffen.

00:54:56: Aber nichtsdestotrotz Ich denke, auch im Baugesetzbuch ist die Beteiligung und das öffentliche Ausliegen von Bebauungsplänen.

00:55:08: Da geht es schon los.

00:55:09: Das ist gesetzlich verankert.

00:55:11: Wir sind in Deutschland durchaus vorbildlich.

00:55:16: Vielleicht noch mal wenn man in Kassel das Thema nochmal auf eine etwas niedrigschwelligere Ebene bringt?

00:55:23: Wir haben hier Kassels ja in sehr vielen Städtebauförderprogrammen Präsent.

00:55:28: Also da ist das Planungsamt sehr, sehr gut darin solche Programme für diese Stadt zu akquirieren und in diesen Städtebauförderprogramm jetzt neulich war gerade der Tag der Städtenbauförderung ja also so wo man sich dann tatsächlich im Kassler Osten auch konkrete Projekte anschauen konnte Und da wird in den Programmen auch festgeschrieben, dass Bürgerbeteiligung stattfinden muss.

00:55:48: Ja und ich finde so in der Beobachtung wie die Stadt Kassel das macht in diesen Quartieren aber auch darüber hinaus und wir haben ja auch seit Mitte der neunziger Jahre einen Beschluss, dass immer dann wenn die Interessen von Kindern und Jugendlichen sind sozusagen in der Planung, dass sie einzubinden sind.

00:56:07: Da gibt es das Spielmobil Roterübe die Beteiligungsprojekte machen.

00:56:11: also da von daher sage ich mal ist es über diese reinen formalen Beteilligungskonzepte hinaus gibt es hier in der Stadt eine relativ breit gelebte Beteiltigungskultur, die wir vielleicht gar nicht oft so mit kriegen weil Sie sozusagen auf der Quartiersebene stattfindet.

00:56:32: Wenn es jetzt keine Einwendungen, Einwürfe von Ihrer Seite gibt.

00:56:38: Wir beide stehen jetzt auch noch für Gespräche so... unter vier Augen oder unter sechs Augen, acht Augen zur Verfügung.

00:56:46: Dann ganz herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!

00:56:49: Wir hoffen natürlich dass sie eine oder andere Anregungen mitnehmen konnten also für die Wahrnehmung dieser Stadt und dafür wie es Ingo Buchholz in diesem Vorwort formuliert hat unsere Stadt halt ein Stück weit auch mit anderen Augen zu sehen und dabei hilft es immer mal hochzugucken.

00:57:06: ich renne oft durch die Stadt oder auf dem Fahrrad und gucke nur auf der Ebene.

00:57:12: das große Ganze, sich anzugucken ist auch ein ganz guter Plan.

00:57:16: Ich danke auch für Ihre Interesse und ihre Aufmerksamkeit!

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