SprechZeit: Für ein neues Medien-Bürgernetz – Folge 2 – Nachhaltigkeitskommunikation

Shownotes

Der Bachelorstudiengang Nachhaltigkeitskommunikation an der Universität Kassel richtet sich an alle, die eine aktive Rolle in der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft übernehmen wollen.
Im Rahmen einer Challenge des SDG+ Labs der Universität Kassel, in der sich ein Projekt Themen wie am Gemeinwohl orientierter Journalismus, Medienbildung und Demokratieförderung widmet, spricht SprechZeit-Gastgeber Klaus Schaake mit Dr. Kirsten Behr, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Romanistik der Universität Kassel und Merle Meyners, Studentin und Teilnehmerin am Seminar "Wir Influencer:innen – am Gemeinwohl orientierter Journalismus und Demokratie vor Ort", aus deren jeweiliger Perspektive über diesen neuen Studiengang, der im Wintersemester 2025/26 gestartet ist.

Diese SprechZeit-Folge wurde 22. Mai 2026 beim Freien Radio Kassel aufgezeichnet.

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen zur Sprechzeit, dem Podcast zu Themen und Entwicklungen die unsere Gäste bewegen.

00:00:04: Heute sprechen wir im Rahmen eines Projekts des SDG Labs das einen partizipativen am gemeinwohl orientierten Journalismus mit Themen wie Medienbildung und Demokratieförderung verbinden will über den neuen Studiengang Nachhaltigkeitskommunikation an der Universität Kassel.

00:00:22: bei uns zu Gast sind Dr.

00:00:23: Kirsten Behr und Merle Meiners Für Sia Mikro-Klaus Schake.

00:00:27: Unsere Gäste sagen kurz etwas zu sich selbst.

00:00:31: Danke Klaus für die Einladung, für die Möglichkeit hier zu sprechen!

00:00:34: Mein Name ist Kirsten Wehr und ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kassel – vor allem Literaturwissenschaftlerin.

00:00:41: Ich setze mich damit auseinander wie Literatur als Kommunikationsmedium in Nachhaltigkeitskontexten funktioniert und bin heute in erster Linie hier als Koordinatorin für den neuen Studiengang Nachhaltigkeitskommunikation, der im Wintersemester, twenty-fünfundzwanzig gestartet

00:01:00: ist.

00:01:01: Mein Name ist Melle Meyners.

00:01:02: ich bin Studentin des Studiengangs nachhaltig keits Kommunikations jetzt zum zweiten Semester also aus der ersten Runde des Studienganges.

00:01:11: Jetzt ist natürlich die große spannende Frage für uns alle, die wir es nicht genau wissen neuer Studiengang nachhaltigt kommunikation was können und unsere Hörerinnen und Hörern uns darunter vorstellen.

00:01:23: Der Studiengang ist wie gesagt ganz neu gestartet, das ist ein interdisziplinärer Studiengang der am Fachbereich Null zwei also in den Geistes- und Kulturwissenschaften angesiedelt ist und aus der Beobachtung heraus entstanden ist dass wir eine ganze Menge technischer Lösungen schon haben, um nachhaltigkeitsbezogene Problemstellungen anzugehen.

00:01:44: Also wir wissen dass wir unbedingt die nachhaltige Energiewende ausbauen müssen mit Solaranlagen Windkrafträdern und ähnlichem.

00:01:53: aber die gesellschaftliche Tragfähigkeit dieses Leitprinzips hat sich noch nicht verankert und wir gehen davon aus das es ein Kommunikationsproblem ist.

00:02:02: Deshalb suchen wir und entwickeln wir uns Schulen und fördern gemeinsam Kommunikationsstrategien, die dazu beitragen können nachhaltigkeitsbezogene Themen.

00:02:13: Und Herausforderungen in der Gesellschaft zu verankern.

00:02:19: Jetzt ist ja in anderen Zusammenhängen oft auch von nachhaltiger Kommunikation, die Rede.

00:02:26: Und ich sage mal es ist eben schon angeklungen.

00:02:28: also das ist in eurem Studiengang ja um das Thema Nachhaltigkeit geht und eben die Kommunikation genau dieser Aspekte.

00:02:36: Aber kannst du vielleicht nochmal kurz irgendwie so diese Unterschiede darstellen, weil ich meine gut heute wird ja sowieso gerne vieles mit dem Begriff Nachhaltigkeit gelabelt und green gewascht

00:02:48: usw.,

00:02:49: das kennen wir alles.

00:02:50: also wie würdest Du das einschätzen?

00:02:52: Ja, natürlich.

00:02:53: Es ist schwierig einzuschätzen, weil schon die Definition von Nachhaltigkeitskommunikation eine ist, die auch in der Forschung noch umstritten ist, womit wir auch ringen als Forscherinnen in diesem Studiengang.

00:03:04: Grundsätzlich glauben wir das nachhaltige Kommunikationsteil von Nachaltigkeitz- kommunikation.

00:03:10: Das heißt... Nachhaltigkeitskommunikation bedeutet erst mal, dass wir die verschiedenen Bereiche von Nachhaltigkeit, also ökonomische, soziale, ökologische und kulturelle Nachhaltigkeiten thematisieren in Gesprächen.

00:03:25: Und wir glauben, dass das nur über Formen nachhaltiger Kommunikation geht.

00:03:29: Das heißt eine Sprechweise, eine Ausdrucksweise, die integrativ funktioniert inklusiv verschiedene Menschen anspricht und sich nachhaltig in den Gedächtnissen der Leute verankert.

00:03:41: Das heißt, es ist ein ganz enges Verhältnis zwischen beiden zu beobachten und das eine geht nicht ohne das

00:03:47: andere.".

00:03:48: Und wie bildet sich das denn jetzt sage ich mal im Korikulum ab?

00:03:52: Also kannst du da vielleicht nochmal aus der übergeordneten Perspektive was sagen bevor wir den Bogen schlagen?

00:03:59: zur konkreten Lehre sozusagen oder wie sie sich dann halt auch für Studierende darstellt

00:04:04: Natürlich, wir haben einen stark projektorientierten Studiengang aufgebaut.

00:04:08: Das heißt unsere Studierenden lernen natürlich ganz viele Grundlagen – Kommunikationswissenschaftlich, Sprachwissenschaftliche und Kulturwissenschaftlichen – zu Nachhaltigkeitsfragen um diese dann in verschiedenen Projektseminaren und Modulen umzusetzen.

00:04:25: zwei semestrige Projektmodule verankert, wo die Studierenden über zwei Semester jeweils ein eigenes Projekt umsetzen.

00:04:32: Das ist zum Beispiel momentan eine Stadtführung in Anlehnung und Vorblick auf die kommende Dokumenten im nächsten Jahr.

00:04:41: Darüber hinaus haben wir dann in den einzelnen Seminaren abseits dieser Projekten-Module auch projektorientierte Lehrveranstaltungen.

00:04:49: Ich habe zum Beispiel einen Studierender in Kooperation mit einer NGO schon mal aufgenommen.

00:04:55: zur NGO-Arbeit, momentan konzipieren wir eine Podiumsdiskussion im Zusammenhang eines Theaterstücks.

00:05:04: Auf diese Weise versuchen wir einfach diese Brücke zwischen Nachhaltigkeit als theoretischem Konzept und der praktischen Weise das an den Mann und die Frau zu bringen ganz eng miteinander zu verzahnen.

00:05:17: Okay dann werfen wir jetzt mal zusammen mit Merlin einen Blick darauf Wie sich das sozusagen auf der Ebene des konkreten Studiums sozusagen darstellt.

00:05:28: Und vielleicht, Merle kannst du einfach nochmal für uns unsere Hörerinnen und Hörersagen was sich motiviert hat dich für diesen Studiengang einzuschreiben?

00:05:38: Ja es ist im Grunde dass was gerade schon so ein bisschen angeklungen hat, dass eben Nachhaltigkeit ist so ein wachsendes Thema aber sehr technologisch fokussiert.

00:05:46: Mir ist aufgefallen, dass ich viel zu Hause über Nachhaltigkeit gesprochen hab mit meinen Eltern am Essendstisch oder wie auch immer.

00:05:53: Wenn ich in der Schule mit Freunden darüber sprechen wollte, war das oft schwieriger und da dachte ich, wo ist diese Schwelle?

00:06:00: Und die muss man irgendwie beseitigen!

00:06:03: Das war der Punkt, wo ich dann gesagt habe, gut, man muss auf der Kommunikations-Ebene was ändern damit es ein zugängliches Thema für alle Menschen wird.

00:06:11: Man kann eben in der Gesamtgesellschaft auch über nachhaltigkeit sprechen.

00:06:18: Und wie ist dann die Entscheidung für dich gefallen?

00:06:23: Also hast du dann recherchiert, gesucht wo kann ich das studieren?

00:06:26: also so wenn du mit dem Thema schon zu gange warst.

00:06:28: Weil es ist ja so dass sich um das vielleicht unsere Hörerinnen und Hörern nochmal klarzumachen Die Universität Kassel hat sich ja sozusagen einen neuen Schwerpunkt gegeben und da geht es um Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und es wird ja in Zukunft zu all diesen, ich glaube, siebzehn sind's nachhaltig- keitsziehle.

00:06:48: Wird es auch irgendwie entsprechende Studiengänge beziehungsweise Professoren geben?

00:06:52: Und wo die Universität Kassel, die ja per se schon einen sehr viele ökologische Ansprüche in ihrer Geschichte realisiert hat oder eben was man heute mit Nachhaltigkeit bezeichnen würde, wo man auch nochmal so ein neues Fels, sag ich mal aufgemacht hat.

00:07:08: Um natürlich auch sich da draußen in dieser Studienwelt interessant zu machen mit neuen Studiengängen.

00:07:14: Das vielleicht noch einmal irgendwie als Hintergrund und sage ich mal hast du das dann irgendwann gefunden?

00:07:19: Und die Arme hochgerissen und so was?

00:07:21: Jawohl Kassel ist es!

00:07:23: Ja, so ein bisschen.

00:07:24: Also ich war schon auf der Suche nach was, was einfach viel in meiner Interessensgebiete vereint und dazu zählen unter anderem halt Nachhaltigkeit aber auch eben dieses Arbeiten in journalistische Richtungen, in Marketingrichtung wo ich davor auch nicht das Gefühl hatte dass es das irgendwo sonst so zusammen gibt.

00:07:39: Und als ich das dann ja eigentlich durch Zufall entdeckt habe, dass diesen Studiengang jetzt neu geben soll, dachte ich perfekt Das ist eigentlich ziemlich genau das was ich jetzt machen möchte und so hat sich das dann ergeben.

00:07:55: Vielleicht frage an euch beide, herrscht da so ein bisschen Pionierfeeling?

00:07:59: Das ist ja jetzt eine ziemlich neue Sache und die Studierenden wie Merle sind tatsächlich die

00:08:06: Ersten.

00:08:08: Natürlich!

00:08:08: Es ist auch deutschlandweit der einzige Studiengang mit diesem Schwerpunkt gibt.

00:08:14: Das ist für uns natürlich als Studiengangsverantwortliche im hohen Rase aufregend.

00:08:19: Vor allem das Wintersemester war hochgradig aufregender, als wir das erste Mal die Studierenden kennenlernen durften und wir haben unendlich viel Glück!

00:08:26: Wir haben ganz viele sehr engagierte und sehr motiviert und sehr interessierte Studierende gewonnen und gleichzeitig sind wir mit den Herausforderungen des Staates wie immer beschäftigt.

00:08:39: Das geht um ganz simple Dinge, wie sie das Lehrveranstaltungsverzeichnis aus bei einem so interdisziplinären Studiengang.

00:08:45: Wie unserem wo alle Institute also die Romanistik, die Anglesstik, Die Theologie, die Philosophie einspeisen in einen Studiengang Da ist es einfach eine hochgradige koordinative Herausforderung, das Lehrveranstaltungsverzeichnis zusammenzustellen.

00:09:02: Es geht aber auch um die Herausforderungen, die projektorientierte Lehren nachhaltig zu etablieren.

00:09:08: Esgeht um die Herausforderungen erst mal Zugang zu den Studierenden zu finden.

00:09:12: Aber wir sind... mit unserem ersten anderthalb Semestern, die ja schon fast vorbei sind.

00:09:17: Total zufrieden und freuen uns auf alles was kommt!

00:09:20: Und einfach damit wir mal eine Idee haben wie viele Menschen haben sich jetzt in diesen konkreten Studiengang nachhaltigkeitskommunikation eingeschrieben?

00:09:28: Die erste Korte ist mit zwanzig Studierenden gestartet.

00:09:32: Wir haben aktuell also es gibt ne Einschreibungszeit im Wintersemester und dem Sommersemester.

00:09:38: Aktuell haben wir insgesamt etwas über dreißig Studiende.

00:09:44: Wir schlagen noch mal die Brücke zu den konkreten Inhalten, Merle.

00:09:49: Mit was konntest du dich jetzt schon im Lauf des Studiums beschäftigen?

00:09:54: Im ersten Semester ging es sehr viel um Sprachwissenschaft, sehr viel Linguistik.

00:09:59: Wie funktioniert Sprache überhaupt?

00:10:01: Wie kann Sprache wirksam gemacht werden?

00:10:05: Dann gesondert davon hatten wir das Basismodul des Castle Institute for Sustainability wo wir eben die Grundlagen der Nachhaltigkeit gelernt haben.

00:10:13: Dann hatte ich aber auch ein, zwei Veranstaltungen die eben die beiden Themen auch gut miteinander vereint haben.

00:10:19: Beziehungsweise war es viel auch so gerade in den sprachwissenschaftlichen Modulen und Veranstaltung dass Beispiele anhand von Nachhaltigkeitssätzen gemacht wurden also das dann etwas erklärt wurde und dann aber direkt nach nachhaltig keites Beispiel genutzt wurde um das zu veranschaulichen.

00:10:40: Ja, okay.

00:10:40: Vielen vielen Dank erstmal für diese Info und hast du vielleicht also einfach damit wir es uns ein bisschen näher vorstellen können.

00:10:46: mein konkretes Beispiel bei Kirsten?

00:10:48: Du hattest ja vorhin auch gesagt da gibt es dieses Projekt beispielsweise Theater Merle.

00:10:52: warst du an irgendwas beteiligt da wo ihr halt wirklich dann halt auch konkret da draußen wart und Erfahrungen gemacht habt?

00:10:59: Bisher noch nicht.

00:11:00: Ich bin jetzt aber auch Teil der SDG Plus Challenge und arbeite da in der offenen Nähwerkstatt mit, und da geht es bei uns gerade auch viel darum das zu bewerben was ja auch in die Richtung dann von dieser Nachhaltigkeitskommunikation geht.

00:11:14: Aber Merle du warst doch auf Jamaika oder vertue

00:11:17: ich mich da?

00:11:19: Das ist vielleicht ein Highlight dass Du erzählen möchtest!

00:11:23: Ja natürlich, das war auch etwas ganz Besonderes.

00:11:27: Das hatte ... ja, es war nicht ursprünglich für die Nachhaltigkeit ausgelegt.

00:11:32: Konnte dann aber viel zu dem gemacht werden irgendwie?

00:11:35: Es war ursprünlich eine Exkursion in den Bereich der Soziologie angesiedelt war wie ich's verstanden hatte und es ging viel um geschlechter Forschung.

00:11:43: Mir ist da im nachhaltig- dass diese Verbindung zwischen Geschlechterforschung und Nachhaltigkeit geschaffen wurde.

00:11:53: Wenn wir hier in Deutschland über Nachhaltigkeitsreden, ist oft die Rede von ganz viel Technologie.

00:11:57: Und wie können wir das hier umsetzen?

00:11:59: In Jamaika wurde es aber direkt mit geschlechterspezifischen Auswirkungen von Klimawandel- und Klimakrisen verbunden.

00:12:07: Das fand ich eine spannende Erfahrung zu sehen ... wie in anderen Ländern anders über Nachhaltigkeit kommuniziert wird.

00:12:17: Ja okay, dann ja vielen Dank erstmal für diese konkreten Infos.

00:12:21: und vielleicht mir ist noch mal so ein Stichwort eingefallen, ihr habt das ja selber eingebracht.

00:12:26: also Energiewende ist ja ein großes Thema.

00:12:28: Also es ist ja so dass die Energiewände wird.

00:12:32: ja ich sage es jetzt mal so sie wird hauptsächlich von Männern gemacht und haupt sich von Ingenieuren.

00:12:40: Es gibt natürlich auch ein paar Ingenieurinnen, ist ganz klar.

00:12:43: Aber diese Ingenieure haben die Energiewende im Grunde genommen schon gewonnen und jetzt kommen wir aber nicht mit als Leute und wir haben ja auch hier in unserer Region ganz konkret, ich erinnere an den Bau eines Windparks oder von fünf Windkraftanlagen in Wolfhagen das ist jetzt im Landkreis Kassel und da gab es einen sehr tiefgreifenden Konflikt Stadtgesellschaft oder Landgesellschaft, wie auch immer man das jetzt irgendwie nennen möchte.

00:13:09: Genau darum und der Riss sozusagen Windräder ja-oder nein Der ging durch Nachbarschaften Durch Dörfer durch Familien sozusagen durch Und es ist damals sogar eine neue regional orientierte Partei entstanden die sich dann also Windkraft gegnern oder nicht unbedingt Windkraftgegner.

00:13:31: Und dann haben wir gesagt, wir brauchen ja Windkraft aber bitte nicht an diesem Standort.

00:13:34: das ist auch so eine so eine Thematik die es halt gibt.

00:13:37: oder im Reinhardswald ein anderes Beispiel wo wir sehr deutlich sehen dass darüber gestritten wird und dass eben die einen sagen Wir müssen Es geht gar nicht anders Da haben wir im Regionalplan sind die Windvorrangflächen ausgewiesen Das ist so minimal der Eingriff usw.

00:13:59: Wenn man sich dann mal so das im Wald anguckt ja was da irgendwie läuft Mir geht es mittlerweile so, dass ich halt auch sage okay.

00:14:08: Es ist kein minimal Eingriff was da irgendwie so passiert.

00:14:12: also wenn man dann halt Zufahrtswege herstellen muss damit die damit diese Sachen angeliefert werden können und so weiter sind ja da hängt ja unheimlich viel dran an diesen Thematiken.

00:14:21: oder Wenn man das noch mal weiter denkt es gibt Leute wie Nico Pech zum Beispiel nicht weiß nicht ob der Begriff ist der wird so als postwachstumsökonom gesehen andere in Frankreich heißt das Décroissance zum Beispiel, also so als Modell.

00:14:38: und jemand wie Nico Pech sagt aus einer relativ radikal ökologischen Perspektive.

00:14:45: Das ist nicht gut mit den Windrädern im Wald sondern lasst uns doch erst mal die Flächen nutzen, die wir eh schon verbraucht haben.

00:14:52: Also ich will damit sagen dass es da unglaublich vielfältige Konflikte Potenziale halt auch gibt.

00:15:01: Und kann denn dann, also so und der Ausgangspunkt war ja Ingenieure haben die Energiewende schon gewonnen?

00:15:07: Was kann der Studiengang Nachhaltigkeitskommunikation dazu beitragen dass es anders wird?

00:15:12: Also das wir vielleicht auch anders ins Gespräch kommen.

00:15:18: Wir im Studiengang würden oder gucken uns dieses Problem jetzt auf zwei Ebenen an.

00:15:22: Zum einen schauen wir uns aus Kultur und Geisteswissenschaftlicher Perspektive an, was es eigentlich heißt?

00:15:28: Die Ingenieure haben den diesen... Kampf schon gewonnen und wir würden uns anschauen, welche Vorstellungen insbesondere Mensch-Natur Verhältnis dabei eine Rolle spielen.

00:15:39: Das heißt die Ermächtigung über die Natur spielt natürlich ne ganz zentrale Rolle.

00:15:44: Dabei bei der Frage sind wir dazu befähigt fühlen wir uns dazu ermächtigt ein Wald für Windkrafträder egal mit welcher Intention abzuholzen?

00:15:57: das ist die eine Ebene auf der wir diskutieren werden eben ist die Frage, wie wir darüber mit der Gesellschaft untereinander besser ins Gespräch kommen können.

00:16:07: Und wir würden davon ausgehen, dass ein zentraler Aspekt dafür das so große Konflikte-Debatten über das Thema gab – die du gerade geschildert hast, Klaus -, damit zusammenhängt, dass es einen Top Down Mechanismus war.

00:16:22: Das heißt, es wurde von oben herab entschieden und kommuniziert,

00:16:25: wie Wir

00:16:26: vorgehen wollen und nicht der gemeinsame Austausch gesucht.

00:16:30: Das heißt, wir versuchen, Austauschtplattformen zu schaffen und zu erkunden auf denen sich Menschen auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam sozusagen mit Schwarmintelligenz an diesem Thema arbeiten das Thema gemeinsam diskutieren um eine gemeinsame und gemeinsam getragene Lösung zu finden.

00:16:48: Sowas kann Podiumsdiskussion, Austauchplattform wie wir das jetzt zum Beispiel Am achtundzwanzigsten Mai im Rahmen unserer Veranstaltung Klima wieder ins Gespräch kommen tun, dort werden wir ein Theaterstück aufhören und davon ausgehend darüber diskutieren wie wir über klimabezogene Themen besser sprechen können.

00:17:08: Das heißt es sind bewusst andere Formen wo sich andere Form von Kommunikation, andere Kommunikationsebenen auf denen sich Menschen begegnen in der Hoffnung und in der Überzeugung dass das etwas daran ändern kann und wird wie wir das Thema als Gesellschaft

00:17:24: angehen.

00:17:25: Jetzt, ich höre auch das Stichwort Kooperationspartner.

00:17:29: Also wenn ihr jetzt irgendwie ins Theater geht ist es auch ein Teil dieses Studiengangs.

00:17:33: eben ja aus der Uni heraus wirft man ja ganz gerne mal vor Elfen bei einem Turm und so weiter, forscht mal schön aber setzt euch doch mal bitte mit der Realität auseinander.

00:17:44: Ist das ein Teilbar?

00:17:45: Ist das bei euch Programm dass ihr sozusagen im Rahmen dieses Studiengangs eben auch schon diese Kooperationen sucht?

00:17:53: aktiv

00:17:54: auf jeden Fall.

00:17:55: beide Projektmodule, die wir wie gesagt über zwei Semester jeweils haben werden im engen Austausch mit Kooperationspartnerinnen aus der Praxis umgesetzt.

00:18:05: Da haben wir Bezüge zu euch hier zum Freien Radio.

00:18:09: Wir haben Bezügen zur Bildungsinstitution, zu NGOs und zu Initiativen.

00:18:15: Wir suchen sie selbst als Studiengangsverantwortlich und als Lehrende im Studiengang und begrüßen es ganz besonders wenn unsere Studierende eigene Partner Kooperationsideen und Projektideen mitbringen, unsere ganz besonderes und wichtiges Anliegen ist diese Ideen gemeinsam mit den Studierenden zu fördern und umzusetzen.

00:18:34: Weil wir glauben auch das in Sinne von Nachhaltigkeit dass hier eine ganze Menge Kraft- und Ideenpotenzial für eine bessere gemeinsame Zukunft liegt.

00:18:44: Und vielleicht nochmal an Merle, an dich die Frage.

00:18:48: Gibt es da so eigene Impulse?

00:18:51: Sag ich mal nicht nur bei dir sondern vielleicht auch bei deinen Leuten mit denen du jetzt kommunizierst oder mit denen Du zusammen studierst weil zwanzig Leute ist ja eine relativ überschaubare Gruppe.

00:19:01: Ich würde jetzt mal davon ausgehen dass ihr guten Kontakt untereinander habt das ihr im Austausch seid.

00:19:06: Was wird so da bei euch diskutiert um sich vielleicht mit eigenen Partnern eigenen Ideen sozusagen einzubringen.

00:19:17: Das ist eine schwierige Frage,

00:19:20: wir

00:19:20: haben das noch nicht so viel darüber geredet weil wir eben noch nicht soweit im Studium vorangeschritten sind.

00:19:25: ich glaube es ist bei vielen schon die Richtung ja dass dann wirklich nach außen tragen wollen also halt in die richtung marketingjournalismus.

00:19:33: aber konkrete kooperationspartner da haben jetzt bisher noch nicht sehr viel drüber gerede.

00:19:38: eigentlich

00:19:39: Okay, ja viel vielen Dank.

00:19:41: erstmal so für diese Info.

00:19:43: wenn ich jetzt sage mal Wenn du gerade ansprichst marketing ist ja klar oder oder pr.

00:19:47: Public relations dass sich sozusagen Eine mission verfolge bestimmte themen nach vorne zu bringen beim journalismus Ist ja auch die frage kann und darf Journalismus aktivistisch sein.

00:20:02: Und da gibt es sehr, sehr unterschiedliche Auffassungen dazu in der Fachwelt und eigentlich wird gesagt Nein das kann auch gar kein Fall der Fall sein sondern die Aufgabe des Journalismus ist es natürlich möglichst objektiv oder möglichst neutral über Dinge zu berichten.

00:20:20: und ganz bekannt, ich weiß nicht ob es wirklich von ihm ist.

00:20:23: H. Jo Friedrichs wird ehemaliger Tagesthemen-Moderator, wird zum Beispiel damit zitiert dass Journalisten sich eben nicht gemein machen dürfen sollen auch nicht mit einer guten Sache.

00:20:35: also könnt ihr das vielleicht aus dieser Perspektive noch mal kritisch einschätzen?

00:20:42: Also ich bin nun mal in erster Linie Wissenschaftlerin und keine Journalistin, deshalb würde ich das vielleicht übertragen auf die Wissenschaft.

00:20:49: Weil auch wir haben das ganz große Problem, dass wir eigentlich objektiv an die Dinge rangehen sollen.

00:20:56: Dass wir intersubjektiv forschen sollen.

00:20:58: Gleichzeitig sind wir uns als Geistes- und Kulturwissenschaftlerinnen zwangsläufig bewusst, dass es so etwas wie ein neutrales Objektivesprechen gar nicht gibt und schon bei der Frage, welche Themen ich wähle.

00:21:11: Die Sozialisation, politische Einstellungen, Grundnormen die wir mitbringen eine ganz große Rolle spielen Und ich persönlich gehe in meiner Forschung deshalb einen ganz anderen Weg.

00:21:22: Ich bin in der Ansicht das Forschung Engagement sein muss und versuche engagierte Forschung zu betreiben.

00:21:28: Das heißt wenn ich mich besonders mit Frauen im Naturkatastrophenszenarien auseinandersetze dann tue bewusst und explizit verbunden mit der Forderung, dass Frauen stärker in Risikomanagement-Szenarien eingebunden werden sollen.

00:21:43: Das heißt schon ich – und ich glaube das ist eine Generationenfrage – unsere Generation versucht an dieser Stelle engagiert dran zu gehen.

00:21:50: Und ich glaube, dass es genauso für den Journalismus gelten sollte.

00:21:55: So etwas wie eine völlig neutrale Brille auf Szenarieren auf die Gegenstände, die wir in den Fokusrücken gibt, ist einfach

00:22:04: faktisch nicht!

00:22:05: Ja, vielen vielen Dank erstmal für diese Einschätzung und ich würde wir bewegen uns auf die Ziel gerade unseres Gespräch ist zu.

00:22:11: Ich würde euch bitten vielleicht mal so kurz darüber nachzudenken.

00:22:15: was sind denn die Wünsche an den Auf der einen Seite an diesen Studiengang?

00:22:22: Und auf der anderen Seite etwas weiter gedacht sozusagen die Wunsch an die Gesellschaft Was diese Themen Nachhaltigkeit eben angeht weil wir wissen ja auch dass Wir Teile der Gesellschaft mit solchen Themen überhaupt nicht erreichen, weil sie einfach definitiv ganz ganz andere Sorgen haben.

00:22:42: Also so wie schätzt ihr das ein von der Perspektive her?

00:22:47: Ich denke eigentlich dass es ein Thema ist was einfach alle Menschen betrifft und wenn man es eben in den richtigen Worten verpackt, dass auch eigentlich alle Menschen erkennen könnten und sollten Und ich glaube, das ist auch ein großer Punkt, worum es mir geht.

00:23:01: Dass die Themen eben dann von der Gesellschaft so angenommen werden, wenn man sie formuliert, dass sie für alle Menschen zugänglich sind beziehungsweise auf verschiedene Formen anbietet in verschiedenen Medien und auf verschiedener Sprache.

00:23:15: Dass eben alle Menschen ... Die wollen natürlich sich einen Zugang verschaffen können aber vielleicht nicht mehr so richtig drum herumkommt weil's einen sowieso betrifft und immer irgendwo mit drinsteckt Ja, zunehmend relevantes Thema ist.

00:23:32: Ich würde noch mal auf beide Ebenen anschließen.

00:23:35: zum einen die Wünsche für unseren Studiengang.

00:23:37: wir wünschen uns natürlich dass die erste Kohorte jetzt froh und mutig und sehr motiviert und erfolgreich die nächsten Jahre Richtung Abschluss geht und dann vor allem als wichtiger Akteurinnen im Nachhaltigkeitskontext tätig werden.

00:23:54: Wir sind da sehr überzeugt, dass wir eine ganz wichtige und gute und engagierte neue Generation ausbilden dürfen.

00:24:02: Was die Gesellschaft angeht wünsche ich mir hoffe ich das wir wieder Raum finden miteinander ins Gespräch zu kommen.

00:24:11: Wir leben in einer Zeit, in der wir uns immer weiter auseinander entwickeln und an der wir immer weniger Sprechraum- und Sprechezeit füreinander finden.

00:24:19: Und ich hoffe sehr dass wir es schaffen Strategien und Räume zu erschließen die es uns wieder ermöglichen mit ganz verschiedenen Perspektiven auf Augenhöhe in den Austausch zu kommen.

00:24:30: Okay, bis hierher.

00:24:32: Erst mal ganz herzlichen Dank an Dr.

00:24:34: Kirsten Beer und Merle Meiners vom Studiengang in Nachhaltigkeitskommunikation ein... ja jetzt!

00:24:41: Frisch gestartet, das Studiengang der hier in Kassel etabliert ist und viel Freude beim weiteren Arbeiten, beim weiteren Studieren.

00:24:50: Und wir sind gespannt ob wir uns dann zu einem anderen Zeitpunkt nochmal hier sehen und dann möglicherweise mit den ersten Absolventinnen und Absolventen sprechen können die sozusagen daraus in die Welt gehen.

00:25:01: Ganz ganz herzlichen Dank an euch beide für das Gespräch!

00:25:04: Wir danken!

00:25:05: Danke schön.

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